Um dieses Jahr 1733 herum ist der Ursprung sowohl der Musikkapelle als auch des Kirchenchores zu suchen, denn vor diesem Zeitpunkt wurde kein einziges Mal etwas von Musikanten erwähnt, höchstens einmal der Organist entlohnt oder neue Saiten gekauft.

Erstaunlich ist, dass in einer kleinen ländlichen Pfarrei mit ein paar hundert Seelen die Musik in dieser Form schon so früh Einzug hielt, ist aber wohl damit zu erklären, dass mehrere Pfarreien wie Aitrang, Oberthingau, Görisried und Kraftisried zu ihr gehörten und dass Unterthingau nicht zuletzt durch das Schloß als Reichshof der deutschen Könige und durch die Vogtei ein kirchlicher wie weltlicher Mittelpunkt der weiteren Umgebung war (nach G. Waibel).

Die erste Entwicklung

Wie es nun weiterging, wie die erste Entwicklung des Ensembles aussah, kann nicht im einzelnen nachverfolgt werden. Sicher ist, dass es ab 1733 mindestens einmal pro Jahr ein Fest der Kirche musikalisch umrahmt hat, wofür es mit Geld oder einem Mahl entlohnt wurde. In den Jahren nach 1733 wurden unter anderem Trompeten, Waldhörner und Pauken angeschafft, die aus der Pfarrkasse bezahlt wurden. Es besteht also kein Zweifel daran, dass bei diesem Ensemble außer der Orgel und den Streichinstrumenten auch Blasinstrumente, wie Trompeten und Waldhörner sowie Pauken mitgewirkt haben. Eine Liste von Instrumenten, die sich 1792 auf dem Unterthingauer Chor befunden haben, weist folgenden Bestand aus: 3 Trompeten und ein paar Pauken; 2 Geigen samt den Bögen, ein Paar Waldhorn.

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